Ziele und Rahmenbedingungen
Fostering Changes ist ein Kurs für Pflegeeltern mit Pflegekindern im Alter von zwei bis elf Jahren. Das Training soll Pflegeeltern in der Erziehung, der Stärkung der Bindung zum Pflegekind und bei dessen edukativ-schulischer Förderung unterstützen. Der Kurs findet in einer Gruppe von bis zu zehn Teilnehmenden statt. So können Sie als teilnehmende Pflegeeltern nicht nur von den Erfahrungen der Kursleiter*innen profitieren, sondern auch von denen anderer Pflegeeltern. Zugleich werden Sie Normalisierung und Entlastung erfahren, indem Sie von den alltäglichen Herausforderungen anderer Pflegefamilien hören.
Inhalte und Themen
Ein Fostering Changes-Kurs besteht aus zwölf Einheiten von je drei Stunden.
Beispielhaft werden Sie als Teilnehmende in einem Fostering Changes-Kurs....
Beispielhaft werden Sie als Teilnehmende in einem Fostering Changes-Kurs....
- die Entwicklungsaufgaben der Ihnen anvertrauten Pflegekindern erkunden,
- sich über mögliche Ursachen von psychischen und Verhaltensauffälligkeiten austauschen,
- gemeinsam erwägen, wie Pflegekinder durch eine hilfreiche Kommunikation geerdet werden können und
- wie auf weiterhin bestehende herausfordernde Verhaltensweisen hilfreich und nachhaltig eingegangen werden kann.
- richtiges Loben,
- Verwendung von Ich-Botschaften,
- positives Grenzen setzen sowie
- Selbstfürsorge als Pflegeelternteil.
Gestaltung des Trainings
Neben kurzen theoretischen Vorträgen und dem Einsatz von Videos sollen insbesondere durch den gemeinsamen Austausch, Rollenspiele und das Aufgreifen eigener biographischer Erfahrungen Ihrerseits als Pflegeeltern die Stunden kurzweilig und dennoch mit einem Kompetenzzuwachs verlaufen.
Eindrücke von Pflegeeltern, die einen Fostering Changes-Kurs besucht haben.
- "Mein Pflegekind und ich sind uns durch den Kurs näher gekommen - es öffnet sich mir mehr und ich verstehe es besser. Ich genieße unsere gemeinsam Zeit. Es kann seine Gefühle besser benennen und hat fast keine Wutanfälle mehr."
- "Wir haben gelernt, uns selbst zu loben. Erstaunlicherweise lobt sich auch das Kind dann selbst mehr."
- "Ich gehe achtsamer mit meinen Gefühlen und denen des Pflegekindes um. Es hat nun weniger Wutanfälle und unsere Bindung ist enger geworden."
- "Die Übungsaufgaben für Zuhause halfen mir, meine Stärken und Schwächen besser zu erkennen."
- "Das offene Miteinander gefiel mir sehr. Ich fühle mich nun sicherer in meiner Arbeit."
Wissenschaftliche Untersuchungen aus Großbritannien und Deutschland
Fostering Changes wurde in Großbritannien von Mitarbeitenden des King’s College London entwickelt. In Großbritannien wurden zahlreiche Mitarbeitende von Jugendämtern zu Kursleiter*innen für das Programm ausgebildet, das Training erfreut sich dort landesweit großer Verbreitung. Aus den bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen zur Wirksamkeit von Fostering Changes in Großbritannien wissen wir, dass viele Pflegeeltern im Verlauf bzw. nach Ende des Kurses eine deutliche Verminderung emotionaler und Verhaltensauffälligkeiten ihrer Pflegekinder bemerken und sich als wirksamer in ihrer Erziehung erleben.
Eine erste Pilotstudie in Deutschland, die von Mai 2022 bis März 2024 andauerte, hatte zum Ziel, die deutsche Fassung von Fostering Changes wissenschaftlich zu untersuchen. Von September 2022 bis Juli 2023 wurden im Rahmen der Studie erstmals in Deutschland sechs Fostering Changes-Kurse angeboten. Daran nahmen 33 Pflegeeltern teil. Im Vergleich zu Kursbeginn und -ende meldeten die teilnehmenden Pflegeeltern rück, dass emotionale und Verhaltensauffälligkeiten sowie psychopathologische Symptome ihrer Pflegekinder deutlich weniger geworden seien, dass sich die Beziehung zu ihrem Pflegekind verbessert hätte und sie weniger nicht-hilfreiche Erziehungsstrategien einsetzen würden. Allerdings habe sich ihr Stresslevel als Pflegeeltern nicht bedeutsam verringert. Auch drei Monate nach Kursende waren weiterhin positive Effekte nachzuweisen.
Eine erste Pilotstudie in Deutschland, die von Mai 2022 bis März 2024 andauerte, hatte zum Ziel, die deutsche Fassung von Fostering Changes wissenschaftlich zu untersuchen. Von September 2022 bis Juli 2023 wurden im Rahmen der Studie erstmals in Deutschland sechs Fostering Changes-Kurse angeboten. Daran nahmen 33 Pflegeeltern teil. Im Vergleich zu Kursbeginn und -ende meldeten die teilnehmenden Pflegeeltern rück, dass emotionale und Verhaltensauffälligkeiten sowie psychopathologische Symptome ihrer Pflegekinder deutlich weniger geworden seien, dass sich die Beziehung zu ihrem Pflegekind verbessert hätte und sie weniger nicht-hilfreiche Erziehungsstrategien einsetzen würden. Allerdings habe sich ihr Stresslevel als Pflegeeltern nicht bedeutsam verringert. Auch drei Monate nach Kursende waren weiterhin positive Effekte nachzuweisen.